Veterinäronkologisches Netzwerk Austria (VonA) sichert eine flächendeckende optimale Betreuung von Krebs-erkrankten Hunden und Katzen in Österreich

Der rasante wissenschaftliche und medizinische Fortschritt, der auch für die Veterinärmedizin Möglichkeiten eröffnete, die vor 20 Jahren noch unvorstellbar waren, bedingt auch eine fortschreitende Spezialisierung in der Kleintiermedizin. Nicht zuletzt wegen der hohen Anzahl von Krebserkrankungen – jährlich kommt es in Österreich zu etwa 10.000 Neuerkrankungen bei Hunden und Katzen – hat sich gerade die veterinärmedizinische Onkologie heute zu einem interdisziplinären Fachgebiet entwickelt, in dem Internisten, Onkologen, Radiologen, Chirurgen und Pathologen eng zusammenarbeiten – im Dienste des Lebens der Patienten.

Chance fürs Leben

Unser Zusammenleben mit Haustieren, insbesondere mit Hunden und Katzen, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten auffallend verändert. Die heutige Mensch-Tier-Beziehung, die Haustiere als Familienmitglieder und damit enge Partner des Menschen betrachtet, bringt eine deutlich gestiegene Anforderung an die tierärztliche Versorgung mit sich, die durchaus an den humanen Behandlungsstandard heran reichen soll, und damit aufwendige und kostenintensive Untersuchungs- und Behandlungsverfahren notwendig macht. Dazu gehört unter anderem die Behandlung von Krebspatienten mit Chemotherapie. Leider stehen dem Wunsch vieler Tierbesitzer nach einer optimalen onkologischen Behandlung auf neuestem medizinischem Stand allerdings oft noch Skepsis und Unsicherheit gegenüber. Der zwar gut gemeinte, aber angesichts der heutigen medizinischen Möglichkeiten kaum mehr angebrachte Zugang „das tue ich meinem Tier nicht an“ wird noch allzu oft zu einem ungewollten und unbewussten Todesurteil für unzählige vierbeinige Krebspatienten. „Dabei sind die aus der Humanmedizin bekannten, oft schwerwiegenden Nebenwirkungen einer chemotherapeutischen Behandlung von Krebspatienten in der veterinärmedizinischen Onkologie trotz der Verwendung gleicher Medikamente deutlich geringer. Die Ursache dafür liegt in der geringeren Dosierung der Zytostatika“, erläutert Dr. Michael Willmann. „Internationale Studien belegen, dass chemotherapeutische Behandlungen in der Veterinäronkologie nur bei weniger als 5% der Patienten schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Bei den meisten Krebspatienten können die Nebenwirkungen bereits durch Präventivmaßnahmen vermieden werden, oder sind als milde Nebenwirkungen zu bewerten und damit sehr gut behandelbar."

Auch die unterschiedlichen Ziele, die einer onkologischen Therapie zugrunde liegen können, müssen nach einer vollständigen Diagnosestellung gemeinsam mit dem Tierbesitzer geplant und festgelegt werden. Dr. Michael Willmann erklärt: „Zielsetzung der kurativen Therapie ist die Heilung bzw. eine dauerhafte Tumorfreiheit. Eine ergänzende – adjuvante – Chemotherapie reduziert das Risiko von Rezidiven, indem nach einer operativen Entfernung des Tumors nicht mehr darstellbare Mikrometastasen eliminiert werden. Einen bestehenden Tumor zu verkleinern und damit beispielsweise eine leichtere chirurgische Entfernung vorzubereiten, ist Ziel der neoadjuvanten Chemotherapie, während eine palliative Therapie, deren Basis zumeist die Chemotherapie bildet, auf eine Verlängerung der Überlebenszeit bei nicht heilbaren Erkrankungen sowie auf eine Linderung tumorbedingter Symptome abzielt, womit sich die Lebensqualität erhalten oder auch deutlich verbessern lässt. In manchen Fällen wird neben einer lokalen Behandlung des Tumors durch eine chirurgische umfassende Resektion und evtl. zusätzlicher Strahlentherapie eine adjuvante Chemotherapie empfohlen, um den Therapieerfolg zu verbessern. Zahlreiche systemische Krebserkrankungen wie das multizentrische Lymphom, Leukämie oder das multiple Myelom können hingegen nur mit einer systemischen Therapie, d.h. mit einer Chemotherapie, behandelt werden. Auch in der Tiermedizin steht dafür heute ein breites Spektrum an Medikamenten zur Verfügung. Was all diesen unterschiedlichen Zielsetzungen aber steht die hohe Lebensqualität des Patienten unumstößlich im Vordergrund. Sachliche Information, Offenheit und Vertrauen in die behandelnden Tierärzte können helfen, die Bedenken der Tierbesitzer zurückzustellen und die Chance, die diese Therapieformen für das Leben des besten Freundes bieten, zu erkennen.“

„State of the Art“ – Sichere ambulante Chemotherapie in den veterinäronkologischen Kompetenzzentren in ganz Österreich

Viele der etablierten humanmedizinischen Therapien stehen heute auch für unsere Haustiere zur Verfügung, und Besitzer, die ihre Hunde und Katzen als vollwertige Familienmitglieder sehen, möchten diese teilweise hochspezifischen Behandlungen, die die Möglichkeiten vieler Kleintierpraxen sprengen, für ihre Tiere in Anspruch nehmen. Ausgehend von der onkologischen Abteilung der Vetmeduni Vienna wurde daher in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Tierärzten, der Tierärztekammer und der Richter Pharma AG das veterinäronkologische Netzwerk Austria – kurz VonA – ins Leben gerufen. Ziel ist es, chemotherapeutische Behandlungen in der tierärztlichen Praxis österreichweit zu ermöglichen und den sicheren Umgang mit den verwendeten Chemotherapeutika für Tierärzte, Patienten und Besitzer zu gewährleisten. „Die in den Bundesländern vertretenen Kompetenzzentren des veterinäronkologischen Netzwerks Austria stehen als Ansprechpartner für Tierärzte und Tierbesitzer zur Verfügung und ermöglichen in ganz Österreich eine standardisierte, hoch qualitative, ambulante Chemotherapie für betroffene Patienten. Gleichzeitig wird in den Kompetenzzentren den hohen Anforderungen an das tierärztliche Behandlungsteam, die der Umgang mit Chemotherapeutika mit sich bringt, entsprochen, und eine sorgfältige Aufklärung und Information der Besitzer sichergestellt, auch was ihre Eigenverantwortung im sicheren Umgang mit den behandelten Tieren betrifft.“, erläutert Dr. Michael Willmann das Konzept. „Wir sind als Universität der zentrale Ansprechpartner und die Ausbildungsstelle für die Kompetenzzentren. Im Rahmen regelmäßiger Konferenzen werden gemeinsam Richtlinien fürdie Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen erarbeitet. Mit VonA definieren wir sozusagen den „State of the Art“ in der veterinärmedizinischen Chemotherapie für ganz Österreich.“

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie

Das veterinäronkologische Netzwerk Austria garantiert mit diesem Konzept der ambulanten Chemotherapie in Österreich eine international einzigartige flächendeckende Versorgung aller Krebspatienten und ermöglicht dem betroffenen Vierbeiner in den einzelnen Bundesländern eine standardisierte, sichere und auf neuestem Stand veterinärmedizinischen Wissens basierende Therapie. Neben fachlicher Qualifikation, zentraler Zubereitung der zytostatischen Medikamente und einer professionellen Organisation des Netzwerks steht ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt: die optimale Kooperation und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Team um den einzelnen Patienten! Das in den VonA-Kompetenzzentren garantierte besondere onkologische Fachwissen, die Früherkennung des Tumors und das Engagement des behandelnden Tierarztes, die Offenheit und das Vertrauen des Besitzers sowie der ungebrochene Lebenswille und die Energie des vierbeinigen Patienten – und nicht zuletzt ein gemeinsamer ungebrochener Optimismus – gehören mit zu den wichtigsten Voraussetzungen für jede erfolgreiche Therapie.

(Lieben Dank an Herrn Dr. Michael Willmann für die Mitarbeit an diesem Artikel. Der Originalbeitrag erschien in "mein HAUSTIER - Gesundheitsmagazin für Tiere", Ausgabe 3/4-2012.)

Veterinäronkologische Zentren in Österreich

KÄRNTEN

Tierklinik Krebitz, 9020 Klagenfurt, Dr. Hannes Gressl, Telefon: 0463-43455

NIEDERÖSTERREICH

Tierklinik Dreier, 2500 Baden, Dr. Christina Schöpf, Telefon: 02252-86212-0

Tierklinik Hollabrunn, 2020 Hollabrunn, Dr. Günter Schwarz, Telefon: 02852-4949

Tierklinik Korneuburg, 2100 Korneuburg, Dr. Otto Fischer, Telefon: 02262-75520

OBERÖSTERREICH

Tierarztpraxis Fellner, 4872 Utzenaich, Dr. Adalbert Fellner, Telefon: 07751-8900

Tierklinik Leonding, 4060 Leonding, Dr. Karin Holler, Telefon: 0732-672821

Traunkreis Vetclinic Sattledt, 4642 Sattledt, Dr. Gernot Werner-Tutschku,Telefon: 07244-8924

Tierklinik Altheim, 4950 Altheim, Dr. Walter Hebenstreit, Telefon: 07723-43525

Tierarztpraxis Rechberger, 4040 Linz, Dr. Peter Rechberger, Telefon: 0732-757252

Tierarztpraxis Traintinger, 4673 Gaspoltshofen, Dr. Patricia Traintinger, Telefon: 07735-6193

Tierklinik Schwanenstadt, 4690 Schwanenstadt, Dr. Dietmar Schnötzinger, Telefon: 07673-69240

Tierklinik Wels, 4600 Wels, Dr. Christian Schwingshandl, Telefon: 07242-55571

SALZBURG

Tierklinik Oberalm, 5411 Oberalm, Dr. Hannes Meißel, Telefon: 06245-85425

Tierarztpraxis Bruck, 5671 Bruck a.d. Glocknerstraße, Dr. Juraj Lieskovsky,Telefon: 06545-6850

STEIERMARK

Tierarztpraxis Puchstraße, 8020 Graz, Dr. Harald Mayr, Telefon: 0316-273359

Tierarztpraxis Gratkorn, 8101 Gratkorn, Dr. Hemma Schichl-Pedit, Telefon: 03124-23234

Tierklinik Leoben, 8700 Leoben, Dr. Mario Sauer, Telefon: 0384-223817

Tierarztpraxis Eggenberg-Graz, 8020 Graz, Mag. Rainer Greilberger, Telefon: 0316-576722

Kleintierordination Bruck an der Mur, 8600 Bruck a. d. Mur, Dr. Angelika und Ewald Köppel, Telefon: 0386-258491

Tierarztpraxis Utzmann-Tiefenbacher, 8280 Fürstenfeld, Mag. Sandra Utzmann und Mag. Roman Tiefenbacher, Telefon: 03382-53035

Tierarztpraxis Mateschitz, 8661 Wartberg, Mag. Günter Mateschitz, Telefon: 0676-5544066

Kleintiermedizin Kaindorf, 8430 Kaindorf a.d. Sulm, Mag. Manfred Brandl, Telefon: 0345-276779

VORARLBERG

Tierklinik Schwarzmann, 6830 Rankweil, Dr. Angela Meyer, Telefon: 05522-44264-0

WIEN

Tierklinik Breitensee, 1140 Wien, Dr. Astrid Kuhn, Telefon: 01-9826196

Tierklinik Hutter, 1190 Wien, Dr. Andrea Hutter, Dr. Hans Hutter und Dr. Johanna Jürgens, Telefon: 01-3679199

Tierärztliche Ordination Tiergarten Schönbrunn, 1130 Wien, Dr. Folko Balfanz und Dipl. Tzt. Thomas Voracek, Telefon: 01-8772001

Tierarztpraxis Hirschstetten, 1220 Wien, Dr. Henriette Jelinek, Telefon: 01-2801090

Veterinärmedizinische Universität Wien, 1210 Wien, Interne Medizin für Kleintiere/Onkologie,Telefon: 01-25077-5137